Von Norwegen nach Schweden

Mit dem Kajak vom norwegischen Halden zum schwedischen Vänern

 

 

 

Um zum Startpunkt Halden in Norwegen zu gelangen, nahmen wir von Puttgarden aus die Fähre nach Rødbyhavn und nach zweistündiger Fahrt durch das kleine Königreich, eine weitere Fähre von Helsingør nach Helsingborg.

In Halden verabschiedeten wir uns für die nächsten drei Wochen von fließend Wasser und allen anderen Annehmlichkeiten, auf die wir verzichten würden, und begaben uns auf die Tour zum Vänern.  Zelt und Tarp wurden Haus und Dach, dutzende Reisbeutel und Pumpernickel das täglich Brot.

Die ersten Etappen führten uns durch norwegische Seen und Kanäle, die an den Seiten teils durch schroffe Felswände abgegrenzt waren. Da in diesem Gebiet früher Baumstämme über den Wasserweg transportiert wurden, sind viele Seen durch Kanäle und Stauwehre verbunden und es breitet sich eine eng verzweigte, weitläufige Wasserlandschaft vor einem aus. Da die Schleusen nur sehr unregelmäßig ihren Betrieb aufnehmen, muss man entweder großes Glück oder einen genauen Zeitplan haben, ansonsten heißt es: Umtragen!

Durch‘s Dalsland

Die norwegischen Gewässer erwiesen sich als verlassen, naturbelassen und sehr fischreich. Das lernten wir jedoch erst so richtig zu schätzen, als wir nach einer kräftezehrenden Umtrageaktion in Otteid das schwedische Dalsland erreichten. Landschaftlich wunderschön ist es ein El Dorado für Wassersportler: In den kommenden Tagen war man fast nie allein und in den übersäuerten Gewässern waren kaum noch Fische zu holen. Vom Foxen fuhren wir weiter Richtung Osten.

In dieser Gegend ist man immer öfter auf Schleusen angewiesen, die zum Teil erstaunlich teuer sind. Für etwas längere Schleusen wird gerne mal 10€ pro Kajak verlangt.

Über den Lelang gelangten wir in verlassenere Seen. Vor ewigen Zeiten hat sich hier, wie an so vielen Punkten im Dalsland, der Boden einen Spalt weit aufgetan. Zwei Erdplatten drifteten gemächlich auseinander und in den so entstandenen Raum floss nach der letzten Eiszeit das Schmelzwasser. Aus einem Eismeer entstand eine Vielzahl von Seen, die zum Teil über 100 Meter tief sind und eine längliche Form haben.

Über den Laxjon ging es weiter Richtung Vänern, bislang hatten wir 100€ allein für das Schleusen ausgegeben. Die Gegend vor dem Vänern ist wieder etwas touristischer, aber es lassen sich ohne Probleme abgeschiedene Plätze finden und das Angeln wird auch wieder von Erfolg gekrönt.

Insgesamt zeichnete sich die Strecke durch eine tolle Landschaft und die vielen verlassenen Inseln aus, auf denen man ungestört sein Lager aufschlagen kann. Alle Wassertouristen halten sich an das Gebot, seinen Lagerplatz immer so zu hinterlassen, wie er vorgefunden wurde. Im Dalsland gibt es darüber hinaus auch extra angelegte Lagerplätze, an denen häufig zu einer Seite offene Blockhütten bereitstehen.

Nach knapp 16 Tagen erreichten wir die Brandung des Vänern.

 

 

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